ONLY GOD FORGIVES

ONLY GOD FORGIVES
Nicolas Winding Refn, USA 2013, 90min. OmU

Filmrausch: 13./27.05. 
Sputnik: 28.05. 

Die ungleichen Brüder Julian und Billy leben in Bangkoks Rotlichtviertel inmitten von Luxus, Sex, Sünde und Verbrechen. Dreh- und Angelpunkt für ihre illegalen Geschäfte ist ihr Kickbox-Club. Der unbarmherzige Kopf des Familienkartells ist jedoch ihre unnahbare, schöne und erbarmungslose Mutter Crystal. Als Billy eine Frau tötet, sorgt ein selbsternannter Racheengel auf seine ganz eigene Art für Gerechtigkeit und Billy bezahlt seine Tat mit dem Leben. Die trauernde Crystal sinnt auf Rache und schickt Julian auf eine blutige Jagd nach Vergeltung durch Bangkoks Unterwelt.

„Irgendwie ist ONLY GOD FORGIVES wie eine Zusammenfassung aller Filme, die ich bisher gemacht habe. Ich glaube, dass ich mit Hochgeschwindigkeit auf eine kreative Kollision zusteuere, um alles um mich herum zu verändern. (…) Und jetzt, da alles zusammenprallt, könnte es damit enden, dass bei mir alles auf den Kopf gestellt wird. Diese Kollision ist so aufregend, weil alles so ungewiss ist. Der zweite Feind der Kreativität ist nach dem guten Geschmack die Vorsicht.“ Nicolas Windin Refn

Mit Only God Forgives vollzieht Winding Refn nun erneut eine Kehrtwende. Er mag sich nicht wiederholen, weshalb er sich einem neuen Kontinent und einem weiteren Genre, dem Martial-Arts-Kino, zuwendet. Zugleich folgt er radikaler als je zuvor seinen persönlichen Instinkten und macht ein Kino der reinen Form. Der Plot ist Nebensache, und auch eine konkrete »Bedeutung« wird man vergeblich suchen. Die Gewalt hingegen spielt eine immer größere Rolle; Winding Refn ist fasziniert vom blutigen Exzess, nennt ihn seinen »persönlichen Fetisch«, spricht ganz offensiv von »Pornografie«. So polarisiert er mehr und mehr – wohlwissend, dass sein Kino nur in der radikalen Zuspitzung funktioniert. (epd Film)

>>>

““Only God Forgives” ist nach dem Erfolgsfilm “Drive” (2011) die zweite Zusammenarbeit des dänischen Regisseurs Nicolas Winding Refn mit dem Schauspieler Ryan Gosling. Der Film wurde mit einem vergleichsweise eher kleinen Budget von 4 Millionen Euro realisiert und hatte seine Premiere auf dem 66. Festival de Cannes. Dort wurde er teils gefeiert aber auch ausgebuht. (…)
Dabei hat sich Winding Refn nur die Besten ihres Fachs mit ins Boot geholt. Neben Cliff Martinez, der bereits den berühmt gewordenen Soundtrack zu “Drive” entwarf, ist die Position hinter der Kamera mit Larry Smith (“Eyes Wide Shut“) ebenfalls prominent besetzt. (…)
Paradigmatisch für “Only God Forgives” ist das Spiel mit den Elementen, die den Film konstituieren. Während Winding Refn seine Protagonisten in “Drive” nach archetypischen Mustern schneiderte, deutet er sie in seinem neuen Film lediglich an. Ihre Seelenlosigkeit wird offengelegt, die Illusion des Filmseins wird ständig unterbrochen. (…)” Deniz Sertkol / www.berliner-filmfestivals.de

Advertisements