DRIVE

DRIVE
Nicolas Winding Refn, USA 2011, 101min. OmU

Filmrausch13./27.05. 
Sputnik: 14.05. 

Ein junger Stuntman, der nachts bei Einbrüchen als versierter Fahrer eines Fluchtautos fungiert, verliebt sich in seine neue Nachbarin. Als deren Ehemann aus dem Gefängnis kommt, lässt er sich auf einen Handel ein, bei dem auch konkurrierende Gangsterbanden mitmischen. Traumwandlerisch souverän entwickelter Neo-Noir-Thriller als passionierte Hommage an die Krimiwelle der 1980er-Jahre, der kunstvoll mit den Elementen jongliert, wobei er dezidiert auf jegliche Ironisierung verzichtet. (Lexikon des int. Films)
DRIVE gewann 2011 den Regie-Preis bei den Filmfestspielen in Cannes.

„Es hat eigentlich anders angefangen. Ryan Gosling und ich nahmen uns vor, zusammen einen Film über einen Mann zu drehen, der nachts mit dem Auto durch die Gegend fährt und dabei Popmusik hört.“  Nicolas Winding Refn

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“Mit guten Gründen hat Drive bei den letzten Film­fest­spielen von Cannes die Silberne Palme für die Beste Regie bekommen. Denn er ist nicht allein stilis­tisch und hand­werk­lich hervor­ra­gend gemacht, ein nahezu perfekter Film in seiner poeti­schen Einheit aus Bewegung, Rhythmus und Bild, im musi­ka­li­schen Zusam­men­spiel der Form-Elemente des Kinos – er ist auch sehr bewusst ein Wider­standsakt und die Antithese, zu allem, was man gerade in Deutsch­land für gutes Kino hält. Dies ist kein Kino der vermeint­lich bedeu­tungs­vollen Stille, des pseudo-spiri­tu­ellen Schwei­gens, der gravitä­ti­schen langen Einstel­lungen und Kame­ra­fahrten, des sozial-realis­ti­schen, exakt-korrekten Wieder­gabe unserer Welt »nach der Natur«; Und dies ist auch kein Kino des Pädago­gi­schen, der wichtigen, politisch enga­gierten Themen oder gesell­schaft­lich »rele­vanten« Fragen. Die Story ist hier Neben­sache, die Schau­spieler agieren mini­ma­lis­tisch zurück­ge­nommen, drängen sich nie vor die Bilder.

Drive ist Kino um seiner selbst willen, um des unmit­tel­baren Begehrens, das man als Zuschauer empfindet, der Lust am Bild und am Ton, und an deren Schönheit; und alle Vorwürfe die seit Jahr­hun­derten gegen den Manie­rismus, gegen »L’art pour l’art«, gegen die Über­höhung des Lebens, gegen Kunst als neue Mytho­logie vorge­bracht werden, treffen auch hier zu. Genau darum bringt dieser hervor­ra­gende Film noch den Zuschauer, dem er nicht gefällt, zum Nach­denken über die Bedeutung der Kunst für das Leben.

Drive ist ein nahezu perfekter Film, weil er das, was er sein will, auf höchstem Niveau auch ist. Kino at its best: Poesie, Bewegung, Über­ra­schung, pures Gefühl, Coolness, und doch eine ernst­hafte Ausein­an­der­set­zung mit tieferen Fragen der mensch­li­chen Existenz.” Rüdiger Suchsland / artechock

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